Berufsbildende Schulen des
Landkreises Nienburg/Weser

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Quality in School

 

Pressemeldung vom 23. Sept. 2006

Finnen wollen Kooperation mit BBS Nienburg

Was können deutsche Schulen von den Siegern im Schulvergleichstest PISA lernen? Erste Eindrücke wurden deutlich, als Oberstudiendirektorin Sabine Schroeder drei Lehrkräfte aus Seinäjoki (Finnland) an der BBS Nienburg begrüßte.

Der Besuch von Lena Slotte-Siljamäki, Maija-Liisa Saarnisto und Jari Kiikka war nicht zufällig. Die berufsbildenden Schulen in Nienburg und Seinäjoki gehören zusammen mit der Haupt- und Realschule Steimbke sowie Schulen aus sieben weiteren Ländern zum europäischen Qualitätsnetzwerk QiS (Quality in Schools). Nach einer Konferenz in Marseille im vergangenen Jahr und Treffen der Schulleitungen in Kopenhagen und Wien fand nun ein weiter Kongress an der Universität Osnabrück statt, die das Projekt von wissenschaftlicher Seite betreut. Für die drei Finnen war dies eine gute Gelegenheit, zum ersten Mal ihre Partner an ihrem Arbeitsplatz in Nienburg zu besuchen.
Nach einem Rundgang durch die Schule lag den Gästen vor allem daran, mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen. In den zwei Klassen der Berufsfachschule Sozialpädagogik und der Fachschule Heilerziehungpflege stimmte die Chemie sofort, zumal sich schnell herausstellte, wie problemlos die Verständigung auf Englisch funktionierte. Was Lena Slotte-Siljamäki, Maija-Liisa Saarnisto und Jari Kiikka berichteten, verblüffte Schüler und die betreuenden deutschen Lehrkräfte gleichermaßen. So müssen in Finnland alle Jugendlichen mindestens drei Berufsfelder in einer berufsbildenden Schule kennen lernen, bis sie sich auf eine Richtung festlegen. Wer keinen Beruf erlernt, bekommt bis zum 25. Lebensjahr keinerlei staatliche Unterstützung. Im Gegensatz zum Dualen System in Deutschland findet die Ausbildung zum größten Teil an den Schulen selbst statt, nur für 20 Wochen in drei Jahren sind die jungen Frauen und Männer in Betrieben, Praxen und Behörden. Wer glaubt, die sei praxisfern, irrt. Jari Kiikka erläuterte: „Wir kaufen Grundstücke und bauen darauf Häuser. Wir machen mit unseren Schülern alles selbst, sodass jedes Gewerk zum Einsatz kommt. Anschließend verkaufen wir diese Häuser zu einem marktüblichen Preis. Die Nachfrage ist groß.“ Die Schule mit 1300 Schülern ist auch in anderer Weise produktiv. Die Fleischerei verkauft ihre Produkte ebenso an die Öffentlichkeit wie die Bäckerei. Die Kfz-Werkstatt der Schule bietet den üblichen Service an, ohne dass die heimische Wirtschaft dies als unangenehme Konkurrenz sieht. Auszubildende in der Gastronomie bedienen natürlich in der Schulmensa, wo das Essen übrigens kostenlos ist. „Was glaubt ihr, wo ich am Montag zum Friseur war?“, fragte Lena Slotte-Siljamäki die Schülerinnen und Schüler. Sie ahnten die Antwort: im Friseursalon der Schule. In den zumeist kleinen Klassen achten Beratungslehrkräfte wie Maija-Liisa Saarnisto darauf, dass die Jugendlichen respektvolles und höfliches Verhalten trainieren, sich gezielt auf ihren weiteren Berufsweg vorbereiten sowie aussagekräftige und formal korrekte Bewerbungen schreiben. Auch für altersübliche Probleme wie Liebeskummer hat Maija-Liisa Saarnisto ein offenes Ohr und einen guten Rat.
„ Wir waren gerne in Nienburg und haben uns an der Schule und in der Stadt wohl gefühlt“, sagte Lena Slotte-Siljamäki, „aber wir sollten mehr daraus machen.“ Die finnische berufsbildende Schule, die vor Ort auch enge Kontakte zu allen anderen Schulformen hat, möchte wie mit Schulen in anderen Ländern einen Schüleraustausch einrichten, der in der Dauer flexibel ist, aber einige Wochen umfassen sollte. Erste Interessenten gibt es schon, nicht nur bei den Schülern, sondern auch bei den Lehrkräften.



Die finnischen Lehrkräfte Lena Slotte-Siljamäki, Maija-Liisa Saarnisto und Jari Kiikka (v.l.) im
Gespräche mit Schülerinnen und Schülern der BBS Nienburg


Fortbildung Gruppen- und Teambildung vom März und Juni 2006,
Einblicke und Unterlagen...


Presseinformation, Juni 2005

 

„Quality in School“ – EU-Kongress in Marseille mit Nienburger Beteiligung

Was führt vier Lehrkräfte von zwei Schulen aus dem Landkreis Nienburg nach Marseille? Nicht Erholung unter südlicher Sonne war das Ziel, sondern die Teilnahme an einem dreitägigen Kongress des EU-Programms „Quality in School“ (QiS).

Anliegen dieses Programms ist es, Schulen aus sieben europäischen Ländern in ein Netzwerk einzubinden, um Informationen zu transportieren und eine Diskussionsplattform einzurichten, von der ausgehend intensivere Kontakte zwischen den Schulen geknüpft werden. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines europäischen Qualitätsstandards. Die Berufsbildenden Schulen waren in Marseille mit Oberstudiendirektorin Sabine Schroeder und Oberstudienrat Martin Wahl vertreten, von der Haupt- und Realschule Steimbke waren Elke Narten und Schulleiter Andreas Bortfeld dabei, der bereits Erfahrungen als Inspektor an einer dänischen Schule hat (die HARKE berichtete). Sie waren Teil der deutschen Delegation, zu der auch eine Grundschule aus Osnabrück gehört und die von drei wissenschaftlichen Mitarbeitern der Universität Osnabrück geführt wird.
Der erste Tag konzentrierte sich auf den Besuch von drei Schulen der multikulturell geprägten Hafenstadt. Hohe Metallzäune, verschlossene Türen und ganztägiger Schulbetrieb kennzeichneten die ersten Eindrücke, doch wurde in Gesprächen mit Lehrkräften deutlich, dass auch eine intensive persönliche Betreuung der Schülerinnen und Schüler stattfindet. Der zweite Tag begann mit Referaten der Vertreter der beteiligten Universitäten und einer Vertreterin der EU aus Brüssel. Dann hatten wieder die Lehrerinnen und Lehrer aus Finnland, Litauen, Slowenien, Italien, Frankreich, Dänemark und Deutschland das Wort. Jede Gruppe hatte den Auftrag, ihren Beitrag zur Qualitätsentwicklung dem Plenum vorzustellen. Bereits vorher waren den Schulen bestimmte Partner als „kritische Freunde“ zugeteilt worden, welche die Präsentation schon vorab kannten und nun kritische Fragen stellen sollten. Beispielsweise wurde die Schulleiterin der BBS Nienburg von ihrer dänischen Kollegin Lene Vestervang Olsen verwundert gefragt, warum ihre große Schule keine hauptberuflichen Manager habe und die Lehrer alles selbst organisierten. Bei ihr sei alles stärker professionalisiert. Dafür musste sie sich selbst nach ihrer Präsentation eine deutliche Frage ihrer französischen Partnerin gefallen lassen: „Leiten Sie eigentlich eine Schule oder ein Unternehmen?“ Die Nienburger, die als „critical friend“ einer finnischen Schule in der Nähe von Wasa fungierten, zeigten sich beeindruckt, mit welcher Intensität jeder einzelne Schüler in seiner beruflichen Orientierung und seiner persönlichen Entwicklung beraten wird.
Trotz vieler kritischer Fragen ergaben sich viele persönliche Kontakte, nicht zuletzt bei der gemeinsamen Stadtführung und dem offiziellen Abendessen. „Wir haben die Finnen zu uns nach Nienburg eingeladen“, sagte Sabine Schroeder, „und wir freuen uns darauf, deren Schule kennen zu lernen.“ Auch Andreas Bortfeld will seine Kontakte nach Dänemark und Slowenien intensivieren. Denn erst ein Besuch der Schulen vor Ort, so beide Schulleiter, mache es möglich, von den Erfahrungen anderer zu profitieren, neue Ideen umzusetzen und die Qualität an den Schulen zu verbessern.

QiS im Internet unter www.qualityinschool.net .

Hier unsere Power-Point-Präsentation für den Kongress...

 


Info zum Foto:
Die deutsche Delegation mit Martin Wahl (BBS),
Susanne Müller-Using (Universität Osnabrück), Sara Cervai (QiS-Abteilungsleiterin),
Sabine Schroeder (BBS), Elke Narten und Andreas Bortfeld (HRS Steimbke)


www.bbs-nienburg.de | info@bbs-nienburg.de